Verheerende Flutkatastrophe in Tibet und Nepal

Eine schwere Sturzflut am Fluss La-Dep-Phu (Lhende) an der Grenze zwischen Tibet und Nepal hat in der Region Kyirong sowie im nepalesischen Distrikt Rasuwa eine Spur der Verwüstung hinterlassen.

Häuser und ganze Siedlungen wurden innerhalb weniger Augenblicke von den Wassermassen fortgerissen.
Nach bisherigen Angaben sind in Tibet und Nepal mehr als 1.500 Menschen tot, verletzt oder vermisst. Besonders betroffen sind die tibetischen Gemeinschaften in Rasuwa Gegayling, Shabru und Timure. Zahlreiche Menschen werden noch vermisst.

Seine Heiligkeit der Dalai Lama hat Gebete für die Opfer und alle Betroffenen gesprochen und erneut dazu aufgerufen, die empfindliche Umwelt des Himalaya und Tibets zu schützen. Die Zentralverwaltung der Tibeter (CTA) hat unverzügliche Nothilfe für die betroffenen tibetischen Gemeinschaften eingeleitet.

Ein weiterer Bericht hat uns von der Snow Lion Foundation in Nepal erreicht. Darin schildert Tashi Tseten, Executive Secretary der Stiftung, die dramatische Situation vor Ort und die schweren Verluste unter den von der Stiftung betreuten älteren Menschen in Rasuwa. Die Snow Lion Foundation berichtet von zerstörten Häusern, verlorenen Menschenleben und zahlreichen Vermissten. Wir veröffentlichen den Brief im englischen Original als Anlage zu diesem Beitrag.

Tibetfreunde trauert mit den Menschen in Tibet und Nepal und spricht allen Betroffenen und ihren Angehörigen unser tiefes Mitgefühl aus. Wir hoffen, dass die Rettungskräfte möglichst viele Vermisste noch lebend bergen können und die notwendige Hilfe rasch die betroffenen Gebiete erreicht.

Tashi Delek!We hope this email finds you all in your best health. With heavy hearts, we would like to update you all with the recent disaster which had happened on August 26, 2026 morning around 8 to 8:30 am from the Tibet – Nepal border affecting various districts. The primary study suggests that the glacier outburst was the cause for this flash flood.

We are shell shocked with this disaster and hearing lots of dire news which are unpleasant and saddening. We have heard that the Tibetan settlement in Rasuwa has been hit hard, as houses have been washed from its foundation without a trace with several Tibetan people lost their lives and some are out of contact (missing) . We are praying for a ray of hope that these missing people will be found safe.

Hundreds of lives have been lost and thousands missing, small towns have been washed, bridges collapsed and highways blocked. We have lost some of our elders who are under our care in this disaster at Rasuwa. We hope that the almighty provides us strength to overcome this grief and the departed soul find peace in the land of heaven.

Stay safe, stay alert.

Best regards,

Tashi Tseten
Executive Secretary
Snow Lion Foundation
Kathmandu, Nepal

Foto: Satellitenaufnahme des vom Gletscher- und Schuttstrom betroffenen Gebiets an der Grenze zwischen Tibet und Nepal, mit Timure, Rasuwa und Gyirong. Aufnahme: Landsat 9 / USGS, verarbeitet und veröffentlicht via Wikimedia Commons.